Fortsetzung vom Narbenmann Kapitel 4-6

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Kapitel 4

Die Prophezeiung

„Ronj, es ist Schlafenszeit.“ Der Narbemann schlief fast zur gleichenZeit ein. Am nächsten Morgen war Jon gerade dabei, ein Feuer zu machen als Ronj aufwachte. „Guten Morgen“, sagte der Narbenmann und fing an zu essen. Er hatte zwei Kaninchen gegrillt. „Komm Ronj, wir schauen uns ein bisschen im Wald um. Malgucken, ob hier irgendwer lebt.“ Obwohl Jon wusste, dass hier niemand lebte. „Ja sagte Ronj.“ Sie gingen in Richtung Wald und ritzten in jeden Baum Pfeile, um zu wissen, wo sie entlang gegangen sind. Es war nichts spannendes zu entdecken bis auf eine Quelle in der man seine Wasserschläuche auffüllen konnte. Also gingen sie den Stundenmarsch wieder zurück und aßen zu Mittag. Als es Richtung Abend ging, sah der Narbenmann ein Feuer in einergroßen Entfernung leuchten. „Das muss der Mann sein, der sich als Priester ausgibt.“ Ronj sagte: „Das ist der Mann, den du suchst, oder?“ „Ja.“, sagte Jon. „Wir brechen morgen auf.“ Der Junge nickte und schlief ein. Als Jon am nächsten morgen erwachte stand neben ihm eine alte Frau. Jon wusste, wer des war. Es war die Prophezeiung. Er fragte, ob er ihr beim Holztragen helfen solle. Die Alte nickte und sagte danke. Der Narbenmann trug das Holz und unterhielt sich mit der Alten. Sie fragte ihn, ob er in ihre alte Hütte kommen wolle.Jon sagte: „Aber natürlich.“ Die alte führte ihn in eine herunter gekommen Hütte. Als der Narbenmann sie näher betrachtete, merkte er, das sieh eben so viele Narben wie er hatte. Er hatte es vorher nicht bemerkt, wie sehr schruppelich sie schon war. Jon hatte längst bemerkt, das der Junge ihm gefolgt war. „Ronj, komm raus aus deinem Versteck und lauf zu unserem Lager.“ Ronj rannte so schnell er konnte weg. Die Alte fragte, ob er sich setzen wolle. Der Narbenmann machte eine Geste um verstehen zu geben, dass er es machen will. Er setzte sich auf eine Art Baumstamm und wartete darauf, dass die Dame etwas machen würde. Plötzlich- nach etwa 20 Minuten-färbten sich die Augen der Dame rot. Sie fing an zu keuchen und wurde zu einer Art Dämon, der alles über seine Zukunft sagte:„Ich kann nicht genau aussprechen, was du willst.“ „Sie sprechen also in Rätseln“, sagte der Narbenmann mürrisch.
„Du wirst einen Freund verlieren, ihn aber nach etwa 10 Jahren wiedersehen. Du wirst den Mann finden, den du gesucht hast.Du wirst zwei Mal fast sterben und nicht richtig überleben.“ „Du meinst, ich überlebe ohne Ehre?“ Doch das Orakel gab keine Antwort. „Er wird stürzen weit stürzen.“ Plötzlich gab es einen Knall. Der Narbenmann versuchte Stand zu halten. Doch er wurde immer weiter in ein riesiges Loch gezogen. Ronj sprang vor, hielt ihn und zog ihn zurück. Ronj schrie, er würde für den Narbenmann sterben und sprang. Er flog durch dieses Ding und verschwand.Jon schrie. Er schrie: „Ronj, komm, komm zurück!“ Er hatte ihm des Leben gerettet. Doch dieses Mal lag der Narbenmann falsch. Der Narbenmann weinte. Doch dann sagte er sich: „Ich werde weiter ziehen und den Mann der sich als Priester ausgibt, fassen. So lief er weiter und weiter. Er sah, dass er dem Mann, der sich als Priester ausgab, jeden Tag näher kam. Er fand eine Wasserquelle und trank einengroßenSchluck.Dann füllte er seine Wasserschläuche auf und ging weiter. Doch als er eine Stunde gegangen war, merkte er, dass der Wald immer dichter wurde. Er dachte, das dies die Falle des Mannes war, der sich als Priester ausgab. Doch das sollte nicht stimmen.



Kapitel 5
Der Öl-Berg
Er schlug sich aufmerksam durch den dichten Wald. Er lief und lief. Doch nichts passierte. Also prägte er sich die Umgebung ein um zurück zu finden. Denn er musste ja auch irgendwie zurück kommen.Er wanderte einen Monat ohne ein einzigen Zeichen vom Mann, der sich als Priester ausgab. Er war kurzvorm Aufgeben, doch da wurde der Wald wieder dichter und Jon erblickte ein Lagerfeuer in einer nicht all zu großen Entfernung: etwa 10 Meilen entfernt. Es war auf einem riesigem Berg auf dem nur Pflanzen wuchsen aus denen man Öl gewinnen kann. Doch Jon zuckte nicht zurück. Erging weiter. Er wanderte in Richtung der Berge. Als er dort angekommen war, setzte er zum Aufstieg an und merkte erst jetzt, wie spät es eigentlich schon war. Doch er musste dort hoch steigen, sonst würde der Mann, der sich als Priester ausgabihn in der nacht umbringen – das wußte er.Er fing an den Berg zu besteigen. Er kletterte ohne abzulassen, weil ihn der Drang dazu zwang. Er war jetzt ganze zehn Jahre von zuhause weg und vermisste alle seine Verwandten, die noch lebten, von denen er es wenigsten vermutete. Er rutschte ein paar mal fast ab. Es war sehr schwer nicht abzustürzen, dennmanchmal ging es kopfüber. Er musste dann seine ganze Willenskraft aufwenden, um nicht abzustürzen. Doch dann hatte er er es endlich geschafft. Er stand auf dem Berg! Er hatte ihn erklommen. Doch der Mann am Feuer, war nicht der Mann der sich alsPriester ausgab. Es war ein anderer mit seinem Gesindel. Er hatte Muskeln. Er machte auch kein Lagerfeuer- er baute einen Scheiterhaufen. „Gott, du musst dich noch ein wenig gedulden. Ich brauche ein Opfer.“ sprach er. Doch genau in diesem Moment drehte er sich um: „Gott, diesen Mann soll ich dir als Opfergabe bringen?“ und stürmte auf Jon los. Bevor Jon noch irgend etwas machen konnte war er gefesselt und geknebelt. Er schrie „Ihr abergläubischen Schweine! Wollt ihr mich jetzt grillen wie ein Schwein?“Der Mann, der wahrscheinlich der Boss des Gesindels war, antwortete mit lachender Stimme: „Nein, wie ein Wildschwein!“ Ein Junge sagte: „Last doch den Mann. Er hat uns doch nichts getan.“ Der Boss sagte: „Uns nicht, aber Gott.“Ein junger Mann sagte:
„Der Junge hat recht. Er kann doch nichts dafür dass wir kein Öl mehr machen können. Der Boss sagte gelassen: „OK, dann wirst du an seiner Stelle verbrannt.“Somithatte das Orakel sich bestätigt: Ein Mann hatte ihm des Leben mit Ehre geschenkt und abgetreten.Aber der Narbenmann hatte sein Geschenk nicht mit Würde angenommen. Der Boss sagte: „Du wirst unser Ehrengast bei seiner Verbrennung sein. Jon zuckte mit den Achseln und dachte: „Ich habe schon schlimmeres gesehen.“Am nächsten Tag wurde er von einem wilden Gebrüll aufgeweckt. Alle Männer und vereinzelt Frauen, auch ein paar ältere Kinder hetztenvon einem Trupp begleitet den jungen Mann durch die Gassen des Dorfes. Es war der Trupp des Mannes, der Jon gestern erst verbrennen wollte und dannplötzlich zum Ehrengast ernannt hatte. Jon wurde von dem Trupp aus einer kleinen Hütte mitgenommen. Er bekam sogar den Platz neben dem Anführer. Der Verfolgte wurdegefesselt und geknebelt. Anschließend wurden ihm die Augen zugebunden.Der Boss des komischen Volkes schrie „Feuer!“. Ein Mann mit einerFackel in der Hand setzte des Holz in Flammen. Es brannte lichterloh.Manhörte das des Schreien des jungen Mannes. Der Gesichtsausdruck war so schmerzhaft. Als des Tuch in seinem Mund verbrannte, ging das Geheule erst richtig los. Doch erst als dem Mann ein Bein abfiel hatte Jon Mittleid. Irgendwannhatte das Feuer den Mann so weit umschlossen, das man nur noch sein Schreien hörte, das dann irgendwann auch verklang. Jon sagte. „Ich muss weiter- muss einen Mann verfolgen.“ Doch dieEinwohner schläferten ihn kurzer Hand ein.Als er nach einer Stunde etwa aufwachte, erkannte er, dass er in einem reich geschmückten Saal saß. „Wo bin ich?, fragte Jon. Die Wachen, die ihn schon die ganze Zeit umstellt hatten, bemerkte er erst, als sie etwas sagten.„Du bist am Ölberg?“„Ich meine: Wo bin ich- in welcher Region?“, fragte Jon die Wachen. Sie antworteten: „Hinter dem Wald und ….“, „ ….und der Wüste“, ergänzteJon.„Er ist wirklich ein Gott!“sagten die Wachen wie im Kanon. Der Typ, der wahrscheinlich der Boss des Gesindels warkam gerade herein und fragte im Gehen: „Was habt ihr herausgefunden?“ Darauf folgte eine lange Pause. Bis einer der Wachen ganz leise sagte: “Er ist ein Gott.“ „Was für ein Gott“, fragte der Boss, der eher wie ein König aussah. „Der Gott des Wissens.“ antworteten die Wachen. „Was habt ihr für einenRat?“„Wissen wir nicht. Ihr müsstet den Rat der ältesten einberufen.“Der Boss oder der König klatschte zweimal in die Hände. Und eine Horde von alten Männer tratherein. Sie fragten „Was sollen wir hier?“Der König oder der Boss antwortete: „Ist dies ein Gott, ihr Weisen?“Die Weisen antworteten: „Der Gott der Weisheit!“„Wie können wir ihn von seinem Körper befreien?“, fragte der Boss oder der König. Die Männer sagten wie im Chor: „Entweder wir schälen ihm die Haut ab oder wir verbrennen ihn. Aber da er gestern nicht verbrannt werden wollte, werden wir ihm wohl die Haut abschälen müssen.“Plötzlich hörte er ein lautes Jubeln der Wachen: „Wir werden ihm die Haut abschälen.“ Jon sagte: „Nein, nein!“ „Nicht von euch wird er gepellt.Von einer mächtigeren Person. Vom König oder Boss oder sonst irgendeiner anderen. Ich bin ein König.“ sagte der König, „und ich werde seine Haut pellen.“ „Ja,eure Majestät“, sagten die Wachen etwas beleidigt. Der Narbenmann sagte. „Ich möchte dieses Verfahren aber erst morgen haben.“ „Aber sicher doch!“ sagte der König. Der Narbenmanntrieb sich noch dreiStunden in der Stadtherum und kaufte sich noch Patronen, denner hatte sehr viele verbraucht.Dann ging er in die Jugendherberge, in der die Nacht verbringen sollte. Er legte eine Strohpuppe ins Bett und ging durch den Hintereingang heraus. Dann rannt er so schnell wie er konnte aus dem komischen Dorf heraus.Er rannte bis er bei einer weit abgelegenen Hütte vorbeikam. Dorthörte er leises Wiehern. Er trat in die Hütte und sah ein so gutes Pferd, das sogar zum bergsteigen taugte. Er legte ein Goldstückdahin, wo das Pferd gestanden hatte und saß auf. Er galoppierte so schnell wie er konnte davon- so weit weg, wie es eben nur ging.

Kapitel 6
Der alte Freund
Er hatte zum Glück die richtige Richtung eingeschlagen. Sonsthätteer einen weiten Weg zurück gehen müssen. Das sagte ihm nicht nur sein Instinkt sondern auch das Feuer, dem er immer näher kam und was er dann sah.Er galoppierte immer weiter in Richtung Feuer und erkannte jemanden der eigentlich hätte tot sein müssen: Es war sein bester FreundPit. Pit schrie mit einem so lauten Schrei, dass dasPferdsich aufbäumte und Jon sich nur mit Mühehalten konnte: „Jooooonnnnnn, ich dachte du seist tot.Ich habe dich sterben sehen- auf den Feldern als wir gegen die Menschen des Südens gekämpft haben. „Und ich dachte, du seist dort gestoben“ sagte Jon.Nachdem Jon vom Pferd gestiegen war, umarmten die beiden sich über 10 Minuten.Jon fragte nach der Umarmung: „Warum bist du hier Pit?“ Diesersagte: „Ich bin hier, weil ich nach meinem Sohn Ronj suche. Ich binmit ihm in die Zwischenstationder Händler in der Wüste gereist, um meinen Sohn das Handwerk des Händlers zu lehren.Dort war er dann eines Tages weg, ganz plötzlich.“ „Ich habe ihn mitgenommen“, sagte Jon und nach einer kleinenPause ergänzte er: „Er ist tot.Er hat sich für mich geopfert und ist dem Orakel zumFrass gefallen.Als ich auf meinem Weg durch die Wüste war, traf ich einen alten Mann, der sich als Ronjs Vater ausgab.“ , sagte Jon gedämpft.„Ich weiß, der Mann hat auf der Zwischenstation nur einen Zettel hinterlasse worauf geschrieben stand: „Schicksal“, flüsterte Pit sehr traurig.Da viel Jon ein, das das Orakel gesagt hatte, dass ein Freund nach 10 Jahren wieder auferstehen wird.Das sagte er Pit. „Woher willst du wissen, das es mein Junge ist.“ fragte Pit. „Weil ich ihn geliebt habe.“, sagte Jon „oder liebe.“, fügte er hinzu.Dann schliefen beide ein. Am nächsten morgen hatte Jon schon das Feuer gemacht und war gerade dabei ein Huhn zu zupfen, als er merkte, das Pit gerade aufgewachte. „Wie lange ist es her, dass du meinen Sohn gesehen hast?“ „Etwa 9 Monate. Nein, schon ein ganzes Jahr.“ sagte Jon.„Also wirst du in 9 Jahren meinen Sohn sehen und dann wirst du
ihn mit in das Dorf nehmen, indem du und ich aufgewachsen sind.“, sagte Pit. „Ich werde auf dich warten.“ sagte er bedrückt.„Kannst du nicht mitkommen.“, fragte Jon.„Nein, ich muss auf meine Frau aufpassen und ihr sagen, das du weisst, wo er ist. Denn ich habe meine Arbeit erfüllt.“, sagte Pit noch bedrückter. Jon nickte und merkte, dass er weinte.Jon sagte: „Ich breche gegen Mittag auf. Nehme dich in Acht vor den Menschen auf diesem komischen Berg dort drüben.“ sagte Jon.Plötzlich hörte er ein lautes Gebrüll und Pferdehufen. „Ich breche doch jetzt schon auf.“ rief Jon „…und zwar mit dir!“, fügte er ängstlich hinzu. Auf dem Pferderücken, in rasendem Galopp sagte Pit: „Setze mich im nächsten Wald ab.“ „Mach ich!“, sagte Jon und schossgleichzeitig mit seinem Revolver ein paar Menschen ab. Ergaloppierte bestimmt ein paar Meilen weiter, bis er in einen Waldgelangte, der sehr dicht war. „Schnell, spring ab und lauf um dein Leben.“, sagt Jon. Doch da war Pit auch schon weg.DerNarbenmann vermisste Pit jetzt schon und entkam den Feinden durch den Wald trotzdem.Er galoppierte weiter. Denn er sah das gerade ausgehende Feuer des Mannes der sich als Priester ausgab.